Aktuelles: Geologie. Bergbau. Kulturlandschaft.

Führungstermine, Veranstaltungen und Exkursionen 2026

Gruppenführungen ab 5 Personen: ab 1. Mai bis zum 2. Oktober

 

Vereinbaren Sie direkt einen Wunschtermin mit uns, unter der Woche und am
Wochenende – wir versuchen, eine Führung mit Ihnen möglich zu machen. Die
Führungen dauern ca. 45 min und sind kostenfrei. Die Arbeitsgemeinschaft
freut sich jedoch über eine individuelle Spende zum Erhalt und weiteren
Ausbau der Grube.
Auf Anfrage bieten wir Ihnen auch Kindergeburtstags-Führungen oder
Umgebungsführungen mit einem ausgedehnteren Geologie- und
Kulturlandschafts-Teil an.
Kontakt: grubemarie@t-online.de (Jochen Babist, Betriebsleitung)

Führungssamstage in der Grube Marie bei Weinheim-Hohensachsen 

Samstag, 23. Mai 2026 ab 14.00 Uhr

Samstag, 27. Juni 2026 ab 14.00 Uhr

Samstag, 25. Juli 2026 ab 14.00 Uhr

Samstag, 22. August 2026 ab 14.00 Uhr

Samstag, 26. September 2026 ab 14.00 Uhr

Die Führungen dauern jeweils etwa 45 Minuten und finden in
Gruppen von 6 Personen statt. Um Wartezeiten zu vermeiden, bitten wir um eine
Voranmeldung unter grubemarie(at)t-online.de oder über die Verwaltungsstelle Hohensachsen zu den
bekannten Öffnungszeiten unter der Woche unter der Telefonnummer 06201 –
592823. Treffpunkt für die Führungen ist das Mundloch des Tagstollens.Sie erhalten mit der Bestätigung die Uhrzeit, zu der Ihre Führung beginnt.

                                                                                                                                                                22.04.2026

Was geschah im Brunnenstollen?

Die AG Altbergbau Odenwald legt den geheimen Gang unter der Burgruine
Windeck in Weinheim für Besichtigungen frei

Weinheim. Es wird dunkel und nass, der Boden schlammig, die Wände glänzen von
Feuchtigkeit. Die Menschen müssen gebückt gehen, bis sie im wahrsten Sinne des
Wortes Licht am Ende des Tunnels sehen. Viel geheimnisvoller geht es nicht.
Wozu diente der Brunnenstollen zum Brunnen der Weinheimer Burgruine Windeck, der
am Fuße des Windeckberges herauskommt und viele Jahre lang von einer profanen
Eisentür verschlossen ist, nahe der Grüffelo-Figur auf dem Burgweg? Wasserzufuhr?
Oder doch ein Fluchtweg?
Ganz genau weiß man es im Moment nicht. Aber Jochen Babist, Geologe und Sprecher
der AG Altbergbau Odenwald, ist zuversichtlich, bald ein paar Geheimnisse des
Brunnenstollens herauszufinden. Die AG, die schon seit vielen Jahren auch das
Besucherbergwerk Marie in der Kohlbach im Wald bei Hohensachsen betreut und immer
weiter erschließt. Im Moment bereiten sie die Eröffnung eines kleinen Bergbaumuseums
im Hohensachsener Ortskern vor. Sie „buddeln“ stets an der Schnittmenge zwischen
Geologie und Geschichte.
Damit sind die Hobby-Bergleute auch Experten für das neue Projekt in Weinheim, das
vom Global Geopark Bergstraße-Odenwald ebenso unterstützt wird wie vom Geo-
Naturpark von der Stadt Weinheim. Denn aufgrund seiner Profilform und den
Werkzeugspuren, so viel haben sie bereits erkundet, ist der Brunnenstollen etwa gleich alt
wie die zweite Betriebsperiode der „Marie“ – stammt also vom Ende des 15. Jahrhunderts.
Als Fakten stehen fest: Der Stollen ist 50 Meter lang, der Zisternenstand ist 26 Meter tief
und besitzt am Boden eine birnenförmige Erweiterung. Bergleute müssen ihn einst mit
Schägel und Eisen vorgetrieben haben – was für eine Arbeit! In der Region hat die Feste
Dilsberg oberhalb des Neckars einen ähnlichen Stollen.
In den zurückliegenden Wochen hat die AG Altbergbau schweißtreibende aber auch
erkenntnisreiche Arbeitseinsätze am Fuße des Windeckhügels organisiert – ehrenamtlich,
wie immer. Der Stollen, der Jahre lang weitgehend im Dornröschenschlaf lag, wurde
gesichert und von herumliegenden Material gesäubert. Künftig, wahrscheinlich im Herbst,
soll er für Führungen zur Verfügung stehen.
Bis dahin klärt sich möglicherweise noch das eine oder andere Mysterium. Im Moment
vermuten die Experten, dass der Stollen anfangs des 20. Jahrhunderts genutzt wurde, um eine Wasserversorgung herzustellen. Dazu müsste aber das Wasser irgendwie geleitet
oder gepumpt worden sein. Aber ein paar Geheimnisse muss der Berg ja auch bewahren.

Ronald Kern, Pressemeldung der Stadt Weinheim

Vom Bedarf zur Innovation –
Rohstoffgewinnung zwischen Vorgeschichte und Gegenwart

2. Workshop der Forschungsstelle Montanarchäologie & Kulturlandschaft
(AG Altbergbau Odenwald), 29. Oktober bis 1. November 2026, Mossautal im Odenwald

 

Anknüpfend an das Thema des letzten Workshops im Herbst 2024 sollen in diesem Jahr die Beziehungen zwischen Rohstoffbedarf und Innovation in Abbautechnik, Aufbereitung und Verarbeitung, aber auch die Veränderungen der infrastrukturellen, sozioökonomischen, kulturellen und gesellschaftlichen Verhältnisse durch Bergbau und Handel mit den Primärprodukten im Fokus stehen. Dabei möchten wir bewusst den Betrachtungsraum weder zeitlich noch im Hinblick auf die aus der geologischen Ressource gewonnenen Rohstoffe eingrenzen. Interessant sind oftmals auch jene auf den ersten Blick „randständigen“ mineralischen Rohstoffe und Gesteine, die zur Entwicklung neuer Produkte und damit auch neuer technischer Möglichkeiten und Bedarfe führten.

Nach einem gemeinsamen Abendessen mit Kennenlernen am Donnerstagabend wird das Programm des Workshops in familiärer Atmosphäre wieder aus Vortragsblöcken am Vormittag (Freitag, Samstag) und Exkursionen am Nachmittag bestehen; am Sonntag (Abreisetag) wird zusätzlich nochmals eine Halbtagsexkursion angeboten. Geplant ist außerdem die Vorstellung des Tagungsbandes des Workshops 2024.

Bei Interesse merken Sie sich bitte diesen Termin vor – in Kürze erscheint an dieser Stelle ein zweites Zirkular mit Informationen zum Programm und einer Anmeldungsmöglichkeit für den Workshop!

Die Grube Marie erstrahlt in neuem Licht – Saisonstart 2026

Wer im vergangenen Jahr eine Führung in der Grube Marie besucht hat, konnte die Baustelle wahrnehmen: Da im Winter wegen der Fledermaus-Winterruhe keine Arbeiten durchgeführt werden, wurden die gesamte Beleuchtung und Elektrik des Besucherbereiches im laufenden Betrieb umgebaut. Die 2007 installierte und 2016 an das Stromnetz angeschlossene Anlage wurde grundständig erneuert und nach aktuellen Anforderungen umgestaltet. Umgesetzt wurde hierbei ein vollkommen neues Lichtkonzept, das mit stromsparender LED-Technik beeindruckende Akzente setzt. Indirekte Beleuchtung mit Bodenstrahlern und zuschaltbare Spots betonen die geologischen Strukturen und setzen die historischen Abbauspuren nacheinander im Führungsablauf in Szene. So entsteht ein ganz neues Führungserlebnis, bei dem immer nur der Teil des Stollens ausgeleuchtet ist, in dem sich die Gruppe gerade befindet. Die Besucherinnen und Besucher können so ganz gefahrlos erahnen, was Dunkelheit unter Tage für die Bergleute vor 550 Jahren bedeutet haben muss.

 

Konzept und Umsetzung: Museumsraum Hohensachsen entsteht

Bereits seit einem Jahr arbeitet die Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald an der Planung und Umsetzung des Konzeptes für den „Museumsraum Hohensachsen“. Am 5. März 2025 war der durch die Stadt Weinheim renovierte Raum im Erdgeschoss der Verwaltungsstelle Hohensachsen übergeben worden.

Inzwischen steht die Ausstellung kurz vor der Umsetzung: Neben einer geologischen Sammlung und Erklärungen zur Entstehung der Bergsträßer und Odenwälder Erzvorkommen bildet ein Zeitstrahl ein Highlight, der durch die Entwicklung des Montansektors in der Region führt und dabei Querverweise zu weltgeschichtlichen Ereignissen enthält. Am Zeitstrahl sind insgesamt sechs Vitrinen mit exemplarischen Funden und Repliken aus der Odenwälder Bergbaugeschichte ausgestellt. Wichtigste Bestandteile sind die Funde aus der Grube Marie, die nun nach dem Wegfall der Vitrine im Stadtmuseum wieder eine neue Heimstatt gefunden haben. Doch der kleine Raum bietet für Interessierte noch mehr: Ein Sonderausstellungsteil mit drei Rollups informiert über die Aufbereitung, Verhüttung und die Auswirkungen der Montanwirtschaft auf die Kulturlandschaft. Ein Abschnitt zur Verwendung von Holz im Bergbau rundet die Ausstellung ab, in der voraussichtlich im nächsten Jahr auch das mit privaten Spendenmitteln konservierte Steigbrett aus der Grube Marie zu sehen sein wird. Der Ausstellungsbau wird durch die Stadt Weinheim und den UNESCO Global Geopark Bergstraße-Odenwald finanziert und von der Firma MSK Klepper, Messe- und Museumsbau umgesetzt. Die Ausstellung wird offiziell am 25. Juni eröffnet und steht dann auf Anfrage für Gruppen und während der Besuchersamstagen bereit. Nähere Informationen folgen!

Standpräsenz beim Blütenwegfest 2026

Am 12. April waren der Verein Altbergbau Bergstraße-Odenwald e. V. und die Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald wieder an der Strecke des Blütenwegfestes mit einem Informationsstand vertreten. Die Besucherinnen und Besucher erhielten einen Einblick in die Geologie von Odenwald und Bergstraße und konnten Mineralien mikroskopieren. Trotz des bedeckten Himmels und der kühlen Witterung konnten wir uns über mangelnde Resonanz an diesem Tag nicht beklagen. Die Arbeit in der Montanarchäologie und Kulturlandschaftsforschung für die Denkmalpflege stieß auf großes Interesse und führte zu manchen spannenden Randgesprächen.

Wie die Jahre zuvor war der Stand gleichzeitig auch eine Station des Blütenweg-Gewinnspiels, bei dem Kinder an verschiedenen Aktionsständen nach Durchführen der Aktion einen Laufzettel stanzen durften. Wir freuen uns schon auf die Führung mit der Familie der diesjährigen Gewinnerin der Führung in der Grube Marie!

Die Brunnenstollen von Rothenberg –
ein Kooperationsprojekt mit dem Verkehrs- und Verschönerungsverein Rothenberg, dem BKR Ingenieurbüro GmbH und dem UNESCO Geopark Bergstraße-Odenwald

Rothenberg, ein Stadtteil der Stadt Oberzent im Odenwaldkreis, besitzt eine geographisch außerordentliche Lage auf einer Hochfläche zwischen dem Finkenbach- und dem Gammelsbachtal. Im Gegensatz zu sonstigen Positionen im Buntsandstein-Odenwald treten hier lösshaltige Böden auf, die einen Ackerbau lohnend machten. Probleme bereitete jedoch immer wieder die Wasserversorgung der Höhensiedlung, denn durch den Buntsandstein verschwand ein Großteil des Niederschlags als Grundwasser, das nur sehr tief gelegen in den Tälern über stauenden Tonschichten im Sandstein wieder zu Tage trat. Mit steigendem Wasserbedarf durch Bevölkerungswachstum und Viehzucht entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mehrere bergmännisch vorgetriebene Brunnenstollen, die Laufbrunnen im Ort aus wasserführenden Klüften im Sandstein versorgten. Einige dieser Anlagen waren bislang noch nicht vermessen – dies wird nun sukzessive in einem gemeinsamen Projekt der AG Altbergbau Odenwald mit dem VVR Rothenberg nachgeholt. In Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro BKR GmbH aus Weinheim wird hierbei modernste Laserscanning-Technik eingesetzt, die nicht nur millimetergenaue Daten liefert, sondern auch virtuelle Befahrungen der ansonsten nicht zugänglichen Stollen möglich macht. Gemeinsam mit dem UNESCO Geopark sollen die Daten für Führungen rund um den Schmid’schen Wassermotor zur Verfügung stehen.

Am 6. März konnte auf diese Weise der Ahlsbrunnen im Oberdorf dokumentiert werden. Dieser mehr als 150 m lange Stollen trifft auf einen Brunnenschacht eines älteren Tiefbrunnens und hat eine offensichtlich mehrphasige Geschichte, die anhand der Daten weiter ausgewertet werden soll.

Erste-Hilfe-Kurs in der FMK Ober-Mossau

Alle zwei Jahre organisiert der Verin Altbergbau Bergstraße-Odenwald einen Erste-Hilfe-Kurs für die aktiven Mitarbeiter und Führer in der Grube Marie. Da die Besuchergrube unter Bergaufsicht steht, besteht eine Nachweispflicht, doch davon abgesehen ist eine regelmäßige Auffrischung der Kenntnisse natürlich immer von Vorteil. In diesem Jahr fand der Kurs am 28. Februar zum ersten Mal in den Räumlichkeiten der Forschungsstelle in Ober-Mossau statt. Als Ausbilder des DRK war unser Vereinsmitglied Alexander tätig, der auch die Kontaktaufnahme mit dem Kreisverband übernahm und im kleinen (!) Auto alle notwendigen Utensilien nach Mossau fuhr. Einmal mehr zeigte sich, wie günstig die Räume für unsere Aktivitäten sind, denn nach den jeweiligen Theorie-Einheiten konnten wir im Obergeschoss die offenen Räume nutzen, um die praktischen Übungen durchzuführen.

Exkursion zu den Granitwerken Röhrig in Heppenheim-Sonderbach

Am 21, August 2025 fand eine gemeinsame Exkursion des Vereins Altbergbau Bergstraße-Odenwald mit dem RDB Bezirksverein Baden-Württemberg zum Steinbruch Röhrig in Heppenheim-Sonderbach statt. Das breit aufgestellte Unternehmen produziert in einem Standort in Lampertheim Spezialprodukte für den Einsatz im Straßenbau (z. B. aufhellende Asphaltzusätze), aber auch Deko-Farbsande, Körnungen für den Einsatz bei der Produktion von Keramik u. v. m. Die Firmenleitung nahm sich viel Zeit für unsere Fachgruppe, die Geschichte und die Perspektiven des Betriebes zu erläutern. Nach jahrelangem Genehmigungsprozess wird nun endlich die für den Unternehmensbestand notwendige Erweiterung des Steinbruches möglich – hier erhielt die Gruppe einen spannenden Einblick in die heute notwendigen Genehmigungsverfahren und Abwägungsprozesse, die einem solchen Großprojekt zugrunde liegen. Bei der folgenden Besichtigung des Tagebaues erhielten wir einen direkten Einblick in den Abbaubetrieb, sowie die Aufbereitung und konnten dabei die Vorbrecheranlage in Aktion besichtigen. Wir möchten uns auf diesem Weg herzlich bei der Betriebsleitung und Herrn Marco Röhrig für diesen höchst informativen Austausch bedanken!

Jahresexkursion Frankenwald und Fichtelgebirge vom 7. bis 10. August 2025

Wie in jedem Jahr organisierten die aktiven Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald auch 2025 eine bergbauliche Exkursion, die der Fortbildung, aber auch dem Austausch und Kontakt mit anderen montanhistorisch arbeitenden Gruppen dient. Im August führte die Reise in den Frankenwald und das Fichtelgebirge. Schon der Anfahrtstag bot mit verschiedenen Stopps einen Einblick in den geologischen Aufbau des süddeutschen Schichtstufenlandes, das an der „Fränkischen Linie“ durch kreidezeitliche Verwerfungen sein jähes Ende findet – aus dem Jura der Fränkischen Alb kommend grenzen Bruchschollen unterschiedlichster Gesteine an das Grundgebirge der Böhmischen Masse.

Am ersten Exkursionstag stand der Goldbergbau in Goldkronach auf dem Programm. Entlang der Verwerfungen der Fränkischen Linie treten hier Vererzungen in ordovizischen Schiefern und Quarziten auf, die seit dem Mittelalter Anlass zu einem regen Bergbau gegeben hatten. Am Vormittag wurden wir herzlich von den Betreuern des Goldmuseums in Goldkronach um Herrn Nitzsche empfangen. Nach einem Einführungsvortrag über das Wirken des jungen Alexander von Humboldts in der Region wir in zwei Gruppen den spannenden Gesteinsgarten im Außengelände und das Modell einer Pumpenkunst besichtigen, bevor es in das sehr informative und empfehlenswerte Goldmuseum ging. Neben einem Ausstellungsteil über die Lagerstättengeologie enthält es geschichtliche Informationen zur Entwicklung des Bergbaus am Goldberg und archäologische Funde aus dem Grubenrevier. Nach einem reichhaltigen Mittagessen, das der Verein organisiert hatte, stand am Nachmittag die Befahrung des Mittleren Tagstollens der Grube Name Gottes auf dem Programm. Das Besucherbergwerk wird von städtischen Führern betrieben, die eng mit dem Verein des Museums zusammenarbeiten. Das sehr schöne Besucherbergwerk besticht durch die gute Erhaltung der spätmittelalterlichen Schrämstollen und Abbaue. Ein unzugänglicher Teil wurde aufwändig mittels einer Neuauffahrung umgangen, ein weiterer Ausbau ist nicht vorgesehen. In langen Gesprächen und Diskussionen um praktische Fragen des Besucherbetriebs und der Denkmalpflege hatten wir uns derart „festgefressen“, dass die weiteren geologischen Exkursionspunkte des Nachmittags entfallen mussten…

Nach einem wunderschönen Abend auf der Terrasse der Unterkunft, dem Ochsenkopfhaus bei Fichtelberg, ging es am folgenden Tag nach Nordosten bis an die thüringische Grenze. Ziel war der Friedrich-Wilhelm-Stollen bei Lichtenberg. Dieser Wasserlösungsstollen für ein ehemals mittelgroßes Bergbaurevier auf Kupfererze war durch den jungen Alexander von Humboldt initiiert worden, der in dieser Region 1792 seinen Dienst als Oberbergmeister im preußischen Oberbergdepartement in Bayreuth tat. Humboldt befuhr zahlreiche Bergwerke und gab Ratschläge, wie sie weiter zu bebauen und zu ertüchtigen wären. Im gleichen Jahr gründete er aus eigenen Mitteln in Bad Steben eine der ersten Bergschulen in Deutschland, um einen Stamm gut ausgebildeter Bergleute für die Region zu generieren. In der Kaue des Stollens erhielt die Gruppe durch Herrn Dr. Sahrhage einen Einblick in die junge Prospektionsgeschichte eines ungewöhnlichen Zinnerzvorkommens am „Büchig“ bei Tiefengrün. Unmittelbar an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze gelegen, wurden die Bohrungsarbeiten auf die ungewöhnlich reiche Zinnerzlagerstätte von jenseits der Grenze aufmerksam beäugt. Die ungewöhnliche Paragenese von Magnetit mit Cassiterit in Quarzgängen, die schon zu frühneuzeitlichem Bergbau Anlass gegeben hatte, ist nicht auf einen Zinngranit im Untergrund zurückzuführen. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Geschichte weiterentwickelt. Nach einer kurzen Pause konnte die Gruppe den eigentlichen Wasserlösungsstollen Humboldts befahren – er wurde durch den örtlichen Verein in Eigenregie bis zu einem großen Verbruch aufgewältigt, mit dessen Durchörterung und Verbau das Bergamt tschechische Bergleute beauftragte. Auch hier gab es einen spannenden Austausch unter Tage über Führungsbetrieb und technische Möglichkeiten kleiner Vereine. Nach der Mittagspause in Tiefengrün besichtigten wir unter der Leitung von Herrn Dr. Sahrhage die Lagerstätte Büchig und konnten die eine oder andere spannende Mineralprobe am Wegesrand aufsammeln. Auch dem Verein des Friedrich-Wilhelm-Stollens, der wie wir mit dem UNESCO Geopark mit dem Geopark Schieferland zusammenarbeitet, möchten wir herzlich für den spannenden Austausch danken! – Auf dem Rückweg stoppte die Gruppe noch an den Eklogiten des Weißensteins, wo wir den Münchberger Deckenstapel und dessen inverse metamorphe Stapelung thematisierten. Auch an diesem Tag mussten leider die beiden anderen vorgesehenen geologischen Aufschlüsse zugunsten des Programms mit dem Verein in Lichtenberg zurückstehen…

Der letzte Exkursionstag führte uns zu den Graniten des Fichtelgebirges. Erster Exkursionspunkt war das Besucherbergwerk Gleißinger Fels. In dieser Grube wurde schuppiger Hämatit zur Herstellung von Rostschutzfarbe gewonnen. Der Eisenerzbergbau in der Region hatte bereits im 15. Jahrhundert eine erste Blüte erreicht, die zweite Form der Nutzung der Hämatitgänge spielte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dann eine prägende Rolle. Am Besucherbergwerk überraschte der großzügig angelegte Empfangsbereich, der mit EU-Fördermitteln errichtet worden war. Das sehr sehenswerte Besucherbergwerk hat – so erfuhren wir im persönlichen Austausch – große Probleme, die Führungen personell abzudecken. Das Besucherzentrum erscheint zu groß dimensioniert, wenn hier nicht parallel eine personelle Betreuung erfolgt. Wir hoffen für Gemeinde und die engagierten Führer, dass sich die personelle Situation bald zum besseren wendet. Unsere letzten Exkursionspunkte waren bei strahlend blauem Himmel die Zinnseifenwerke Seehaus, die „Basaltpferde“ und die Burg Weißenstein auf beeindruckenden Granitfelsen bei Hohenhard. Nach diesen erfüllten Tagen ging es mit vielen Eindrücken zurück in den heimischen Odenwald.

Exkursion zum Berkersklamm-Tunnel an der Baustelle der B38-Ortsumfahrung Mörlenbach

Am 12. Juni konnte ein Teil der Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald die aktuelle Baustelle der
Ortsumfahrung Mörlenbach besichtigen. Unter der Leitung des zuständigen Geologen Dr. Jäckel
erhielt die Gruppe im Baubüro zunächst einen Einblick in die Planungsabläufe der Ortsumgehung, die ingenieurgeologische Vorbereitung der beiden Tunnelprojekte und die begleitenden Kartierarbeiten
der Ortsbrust während des Vortriebs.
Der Tunnel Berkersklamm besitzt eine maximale Überdeckung von 25 bis 30 m bei einer Länge von
380 m und vermittelt zwischen der Talbrücke Reisen und dem Einschnitt an der Brücke
Panoramastraße zur Talbrücke Weiher. Die Vortriebsarbeiten für den zweiten Tunnel beginnen im
Herbst, die Arbeiten am Berkersklamm-Tunnel waren im Vortrieb der Kalotte weitgehend
abgeschlossen.
Geologisch besteht das durchörterte Gebirge aus einem Biotitgranit, der zum rund 320 Millionen
Jahre alten Tromm-Pluton gehört. In dessen westlichem Randbereich liegen jedoch Störungszonen
vor, die das Gestein teilweise im Zehnermeter.Maßstab zerrüttet haben. Zur starken Klüftigkeit tritt
eine hydrothermale Alteration und tertiäre Verwitterung hinzu, sodass der Tunnelvortrieb fast
ausschließlich im Granitgrus mit Baggervortrieb bewerkstelligt werden konnte. Etwa alle 1,5 m wurde
die Ortsbrust hinsichtlich ihrer Gesteinszusammensetzung und Tektonik aufgenommen, um die
notwendige Bewehrung abschätzen zu können. Im Vortrieb des oberen Tunnelausbruchs (Kalotte)
wurden Stahlbögen, Felsanker und Matten eingebracht, die mit Spritzbeton fixiert wurden. Erst nach
dem Durchstich der Kalotte wird die Strosse in entgegengesetzter Richtung mit dem Gefälle Richtung
Weiherer Tal stufenweise nachgerissen, bis das volle Profil erreicht ist. Der Ausbruch wird für
Modellierungsarbeiten im weiteren Trassenverlauf verwendet bzw. auf Zwischenhalden gelagert.
Durch den hohen Alterationsgrad besitzt der Grus einen starken Anteil an Tonmineralien und wird
bei entsprechender Verdichtung fast wasserundurchlässig.
Nach dem Ausbruch des unteren Profilteils (Strosse) wird über einen fahrbaren Gewölbeschalwagen
die Innenschale eingebracht, die am Ende nur über Gummipuffer mit der eigentlich tragenden Röhre
verbunden ist. Bei nachträglichen Setzungen können diese ausgetauscht werden. Aufgrund des
geringen Einzugsbereiches ist der Wasserzudrang in die Baustelle recht gering; die Bewetterung wird
über einen starken Grubenlüfter außen und eine flexible Lutte mit mehr als über 100 cm
Durchmesser vor Ort gebracht.
Die Gruppe hatte die Möglichkeit, der Vortriebsarbeit vor Ort zuzusehen. Bemerkenswert dabei war
der Durchhieb eines „Guckloches“, der während unserer Anwesenheit durch das mit Spritzbeton
armierte Gegenportal passierte. Wir waren also beim inoffiziellen Durchschlag mit dabei, auch wenn
der „offizielle Akt“ erst eine Woche später gefeiert werden sollte. Zum Ende der Befahrung konnten
wir noch die Baustelle am Einschnitt zum Gegenportal auf der Reisener Seite besichtigen und dort
auch zum anstehenden Gestein absteigen. Wir möchten an dieser Stelle ganz herzlich Herrn Dr.
Jäckel für die hervorragende Führung und die vielen Antworten auf unsere zahlreichen Fragen ganz
herzlich danken!

Das Forstamt Michelstadt zu Gast in der FMK und unterwegs im Mossautal

Am 18. Juni fanden sich Vertreter des Forstamtes Michelstadt und der zugehörigen Revierleitungen,
Bezirksarchäologe Herr Dr. Becker und Mitglieder der AG Altbergbau Odenwald in den
Räumlichkeiten der Forschungsstelle Montanarchäologie und Kulturlandschaft in Ober-Mossau ein,
um einen besseren gegenseitigen Informationsaustausch zum Schutz von Bodendenkmälern und
Kulturlandschaftselementen im Wald zu besprechen. Hintergrund waren die zahlreichen Befunde, die
das Marbach-Mossau-Kartierungsprojekt bislang geliefert hatte. Nach einer kurzen
Vorstellungsrunde stellte Jochen Babist die Entwicklungen und Erfahrungen der Arbeitsgemeinschaft
und folgend die Verflechtungen von Eisenerzbergbau, Erzverhüttung und Niederwaldwirtschaft
zwischen Reichelsheim, Weschnitz und dem Mossautal vor. Dr. Becker erläuterte die Aufgaben der
Denkmalschutzbehörde und konkretisierte am Beispiel der Kartierungen der Arbeitsgemeinschaft das
Potential der Zusammenarbeit zwischen Forstamt, Denkmalschutz und den Ehrenamtlichen AG
Altbergbau Odenwald. Die folgenden zweieinhalb Stunden führte die Gruppe zu ganz konkreten
Beispielen im Gelände: Neben einem historischen Verhüttungsplatz wurden Grubenmeiler,
Platzmeilerpodien, Wiesenwässerungsgräben, der Aufschlagwassergraben im Mösselbachtal und die
Mühlsteingewinnung in der Marbach als Beispiele besichtigt. Alle Beteiligten waren sich nach diesem
erfolgreichen Austausch einig, auf kurzen, direkten Kommunikationswergen zukünftig das Erbe der
historischen Kulturlandschaftselemente bei der forstlichen Einrichtung und entsprechenden Arbeiten
noch besser zu schützen und gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen anzustreben.

Beitrag der FMK in den Publikationen zum Schwerpunktprogramm „Fluviale Anthroposphäre“ der
Deutschen Forschungsgemeinschaft

Die Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald ist assoziierter Kooperationspartner im DFG-
Schwerpunktprogramm 2361 „Auf dem Weg zur fluvialen Anthroposphäre“. Das Programm bündelt
Projekte zur Untersuchung der Veränderung von Flussauen durch menschliche Eingriffe und
Bewirtschaftung. Es wird von den Universitäten Bamberg, Darmstadt, Freiburg, Heidelberg, Mainz,
Tübingen, dem DAI und der hessenARCHÄOLOGIE getragen. In unserer Region ist die
Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald in die Fragestellungen zur Entwicklung der Weschnitzaue
mit eingebunden und veröffentlichte nun in einem interdisziplinären „Quellenband“ zu
unterschiedlichen Zugängen zur Methodik einen Beitrag zu montanarchäologischen Befunden bzw.
Auswirkungen von Bergbautätigkeit auf das Auensystem. Der Sammelband wurde von Prof. Jasper
Schenk und Nicolai Hillmus herausgegeben. Er ist als online-Publikation der TU Darmstadt unter dem
Titel „Flusslandschaften im Wandel. Kleine multidisziplinäre Quellenkunde der Fluvialen
Anthroposphäre (Darmstädter Historische Studien 1)“ erschienen und unter dem folgenden Link
abrufbar: https://doi.org/10.26083/tuprints-00030100.

Teilnahme am 2. Montan-Symposium der HessenARCHÄOLOGIE in Weilburg

Am 22. und 23. Mai fand im Forstlichen Bildungszentrum in Weilburg an der Lahn das 2. Montan-Symposium der HessenARCHÄOLOGIE statt. Nach (auch pandemiebedingt) siebeneinhalb Jahren Pause wurde damit das gemeinsam mit der AG Altbergbau Odenwald in Reichelsheim entwickelte Format einer fachbezogenen kleinen Tagung wieder aufgegriffen, um Behördenvertreter, Bergrechteinhaber, Naturschutz und Vertreter montanarchäologisch aktiver, ehrenamtlicher Gruppen zu einem offenen Austausch zusammenzubringen. Die Vorträge gliederten sich in die fünf Themenblöcke Konflikte, Nutzung, Dokumentation, Erlebnisse und Kontinuität. Hinter diesen Schlagworten verbirgt sich die Vielgestaltigkeit der Ansprüche, die regelmäßig rund um die Thematik Altbergbaus an den vorhandenen Relikten geäußert werden und Beachtung finden sollten. Vom denkmalpflegerischen Dokumentationsanspruch über die Schwierigkeit der Bergrechteinhaber, nach unzähligen Wechseln in den Nutzungsrechten die eigene Zuständigkeit am Objekt festzustellen, bis hin zum Risikopotential von Altbergbauflächen für Siedlungsflächen, die forstliche Nutzung und den Aufbau von Windkraftanlagen, sowie der Vereinbarkeit von Naturschutz und Geo-Tourismus reichte die Bandbreite, die auch außerhalb der Vorträge in Kaffepausen und bei der Exkursion am Freitagnachmittag diskutiert wurden. Die AG war mit insgesamt vier Teilnehmern vertreten und trug mit zwei Vorträgen in den Themenblöcken Dokumentation und Kontinuität best practice-Beispiele aus Südhessen bei. Die nebenstehenden Bilder zeigen den Schiffstunnel in Weilburg, der für die Erzkähne auf der Lahn noch vor der Eisenbahnlinie gebaut wurde, und die unter Denkmalschutz stehenden Reste der Übertageanlagen der Eisenerzgrube „Erhaltung“, die Gegenstand der Exkursion waren.

Altbergbau Bergstraße-Odenwald e. V. auf der Website der Denkmalpflege Hessen

Auf einer neu gestalteten Unterseite präsentiert die Landesdenkmalpflege Hessen bürgerliches Engagement von Vereinen und Verbänden in der Denkmalpflege. Die Seite wurde anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Europäischen Denkmalschutzjahres 1975 gestaltet. Vor 50 Jahren gelangte vor allem die Baudenkmalpflege durch bürgerliches Engagement und Proteste zu einer grundsätzlichen Wende, von der die Gesellschaft – auch in Form weiterhin aktiver Initiativen – bis heute profitieren kann. Unser Verein ist an dieser Stelle nun prominent mit einem kurzen Porträt der Vereinsziele und der aktuellen Aufgaben dargestellt und mit einem Linkverweis auf unsere Homepage repräsentiert. Der Text wurde gemeinsam mit der Pressestelle der HessenARCHÄOLOGIE erstellt. Auf deren Unterseite war der Verein als Partner bereits seit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages genannt, aber aufgrund der Struktur der Website eher schwierig zu finden. Umso mehr freut uns natürlich die Einbindung in die prominentere Seite zum bürgerschaftlichen Engagement der Denkmalpflege, als sie den weiteren Aufgabenbereich der Inventarisation und Kulturlandschaftsforschung mit abbildet. Und so finden Sie zu den beiden Nennungen des Vereins Altbergbau Bergstraße-Odenwald e. V.:

https://denkmal.hessen.de/50-jahre-europaeisches-denkmalschutzjahr/vereine-und-verbaende

(https://denkmal.hessen.de/hessenarchaeologie/landesforschung/montanarchaeologie)

Saisoneröffnung Grube Marie – Instandhaltungsarbeiten werden rechtzeitig abgeschlossen

Bereits seit Mitte April sind die Ehrenamtlichen der Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald aktiv,
um die Grube Marie bei Weinheim-Hohensachsen wieder für Führungen in Betrieb nehmen zu
können. Neben der obligatorischen Standfestigkeitskontrolle und der Entfernung von durch Frost
gelockerten Steinen im Stollen sind dieses Mal zahlreiche Mehrarbeiten zu leisten: Das „Gebrück“
(die mit Gitterrosten ausgestattete Lauffläche über der Wasserseige bis zur Besucherbühne in der
Oberen Schachtkammer) musste erneuert werden, weil die Tragbalken morsch geworden waren.
Neu entstanden ist eine Unterkonstruktion aus Betonschwellen und Stahlprofilen, die durch
Sponsoring der Firma HPS metall-tec aus Fürth in kürzester Zeit vor Ort verlegt und verschweißt
werden konnte. Auch an der Elektrik tut sich Einiges: Die ursprüngliche Beleuchtungseinrichtung von
2007 ist in die Jahre gekommen und muss Stück für Stück von Grund auf erneuert werden, um den
aktuellen technischen Erfordernissen gerecht zu werden. Dabei wird auch ein neues
Beleuchtungskonzept umgesetzt, dass eine eindrucksvolle Inszenierung der Untertage-Landschaft
verspricht. Alle diese Maßnahmen werden durch die Spendeneinnahmen aus den Führungen, aber
auch durch Sach- und Leistungs-Sponsoring interessierter Firmen ermöglicht.

Schmierereien auf der Infotafel zur Grube „Gnade Gottes“ entfernt

Zur Arbeit der AG Altbergbau Odenwald gehört auch die regelmäßige Kontrolle der für Besucherinnen und Besucher erschlossenen Bergbaurelikte. Die ehemalige Silbererzgrube „Gnade Gottes“ bei Ober-Ramstadt ist leider immer wieder von Vandalismus betroffen. Nach inzwischen mehreren Aufbruchsversuchen und Zerstörungen am Gittertor (der Stollen endet mit einer starken Lampe sichtbar an einem Versturzhaufen!) wurde nun die Informationstafel, die gemeinsam mit dem Geo-Naturpark und der Stadt Ober-Ramstadt erstellt worden war, zum wiederholten Mal mit Filzstift beschmiert. Gottseidank waren die Schmierereien mit einem entsprechenden Putzmittel leicht zu entfernen. Dennoch will uns als Ehrenamtlichen nicht in den Sinn, wieso unsere Arbeit für die Allgemeinheit leider immer wieder in dieser Art und Weise missachtet und beschädigt wird… Wir hoffen, dass wir mit den häufigen Kontrollen weiteren Vandalismus verhindern können.

Stand der Arbeitsgemeinschaft auf dem Blütenwegfest in Hirschberg-Großsachsen

Der Verein Altbergbau Bergstraße-Odenwald e. V. und die AG Altbergbau Odenwald beteiligten sich mit einem Informations- und Aktionsstand für Kinder und Familien am diesjährigen Blütenwegfest am 13. April. Nach Angaben der Veranstaltenden waren an diesem Sonntag zwischen 11 und 17 Uhr insgesamt rund 12.000 Wanderfreudige unterwegs, die die vielfältigen Stände und Angebote entlang des Blütenwegs zwischen dem Weinheimer Schlosspark und Leutershausen erkundeten. Bei recht gutem Wetter erfuhr auch unser Standplatz, der passenderweise neben dem Abgang zur Grube „Hülfe Gottes“ positioniert war, einen erheblichen Zulauf. Zahlreiche Familien und Kinder kamen zum Mikroskopieren von Mineralien an den Stand, informierten sich zur Geologie und Bergbaugeschichte des Odenwaldes, zu unseren Arbeiten in der Montanarchäologie und Kulturlandschaftsforschung, sowie zu den Arbeiten und Führungen in der Grube Marie. Dank der guten Standbesetzung von insgesamt 13 Mitgliedern (!) konnten wir uns bei der Besucherbetreuung, bei Auf- und Abbau gut abwechseln und die vielen Fragen auch in längeren Gesprächen beantworten. Sogar unser Grubenhunt schaffte den Weg aus dem Nachbartal nach Großsachsen und war ein echter Blickfang und beliebtes Fotomotiv. Neben vielen neuen Kontakten sollen auch die Spenden für unsere Vereinsarbeit nicht unerwähnt bleiben.

Instandhaltungsarbeiten in der Besucherstrecke der Grube Marie kommen gut voran

Rechtzeitig zur Saisoneröffnung für die Führungen in der Grube Marie am 1. Mai wurden zahlreiche Arbeiten in Angriff genommen, die die Sicherheit unserer Besucherinnen und Besucher gewährleisten. Nach dem obligatorischen „Felsputz“, also dem Entfernen von durch Frosteinwirkung gelockertem Felsmaterial an der Stollenfirste, wurde das Fangnetz unter dem „Bergloch“ wieder installiert. Zur Winterpause wird dieses mobile Sicherheitsnetz, das gegen Steinschlag und aus dem Wald in den Schacht herabfallende Äste schützt, ausgehängt, um den Fledermäusen einen besseren Einflug in ihr Winterquartier zu ermöglichen. Da dies im Herbst passiert, sammelt sich erfahrungsgemäß ein riesiger Berg Laub, Eicheln und Äste unter dem „Bergloch“ auf der Sohle des Tagstollens, der auch nach draußen gebracht werden muss. Anschließend säuberte die Mannschaft die historische Wasserseige. In diesem Jahr müssen nun einige der noch vorhandenen originalen Holzauflager aus dem Jahr 2007 entfernt werden, denn auch die letzten imprägnierten Leitungsmast-Teile, die damals verwendet wurden, sind inzwischen morsch und faul geworden. Nach dem Ausbau werden sie fachgerecht entsorgt und durch ein Tragwerk aus Betonschwellen ersetzt. Auch bei der Beleuchtung wird sich in diesem Jahr einiges ändern, denn es soll mit den aus den Führungen eingenommenen Spendenmitteln ein neues Lichtkonzept umgesetzt und dabei auch die Elektroinstallation auf den neuesten, sicheren Stand der Technik gebracht werden. Unterhalb des Besucherweges in der Oberen Schachtkammer wurden die Holzstempel inzwischen durch dauerhafte Stahlstempel ersetzt, um die dortige Felsschuppe nachhaltig zu sichern. Beim Einbau der Stahlträger wurde darauf geachtet, so wenig historische Substanz wie möglich zu beschädigen und gleichzeitig das beste Ergebnis zu erzielen.

Mitgliederversammlung des Vereins bestätigt den amtierenden Vorstand im Amt

Bei der Mitgliederversammlung des Vereins Altbergbau Bergstraße-Odenwald e. V., die am Freitag,
4. April in der Knappenklause in Hohensachsen stattfand, wurde der amtierende Vorstand unseres Vereins im Amt bestätigt. Neben einem Rückblick auf das vergangene Jahr waren die Finanzplanung für 2025 mit den laufenden Projekten wie dem Museumsraum oder der Erneuerung der Elektrik in der Besuchergrube Marie Themen der Versammlung. In zwei Tagesordnungspunkten wurde die verstärkte Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Historischer Bergbau Dreieich-Götzenhain e. V. und dem Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald e. V. diskutiert. Im ersten Fall wurde besprochen, sich beim Erhalt der Schwerspatgrube Anna in Götzenhain weiterhin zu engagieren, falls der ursprüngliche Verein dort nicht mehr arbeitsfähig sein sollte. Die langjährige Kooperation mit dem Geo-Naturpark soll durch einen Kooperationsvertrag unabhängig von persönlichen Zusagen institutionalisiert werden. Der Verein Altbergbau und seine AG Altbergbau Odenwald leisten einen großen Anteil in der geowissenschaftlichen Bildungsarbeit des Geo-Naturparks, umgekehrt profitiert der Verein Altbergbau bei Großprojekten wie Stollenöffnungen, Instandhaltungsarbeiten und Tagungen von der Förderung durch den Geo-Naturpark, die jeweils über die antragstellenden Kommunen abgerechnet wird. Auf diesem Weg entstanden die Mundlochverbaue in Großsachsen, an der Grube Gnade Gottes, aber auch der Einstiegsschacht zur Wasserlösung der Grube Marie.

AG Altbergbau Odenwald beim Sommertagszug Weinheim

Alle Jahre wieder beginnt der bergbauliche Frühling mit dem Sommertagszug in Weinheim. Die AG Altbergbau Odenwald war wieder mit einer Fußgruppe von 11 Personen am diesjährigen Sommertagszug in Weinheim am 30. März beteiligt. Der Umzug ist immer ein willkommenes Event, um über Handzettel Werbung für die neue Besuchersaison und die Termine der Besuchersamstage zu machen, da immer zahlreiche Familien anwesend sind. Wegen der etwas unsicheren Wettersituation waren zwar weniger Besucherinnen und Besucher am Wegesrand, doch reichten die 1000 Handzettel nur bis zu einem Dreiviertel der Strecke. Die Bergkittel-Träger waren natürlich auch in diesem Jahr wieder ein willkommenes Fotomotiv…

Übergabe des Museumsraums “Bergbau und Kulturlandschaft” an die AG Altbergbau Odenwald

Der erste Schritt ist getan: Die Umbauarbeiten im Erdgeschoss der Verwaltungsstelle in Weinheim-Hohen­sachsen sind abgeschlossen, am 5. März konnte der frisch renovierte Raum zur weiteren Ausgestaltung an die Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald übergeben werden. Die Stadt Weinheim und der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald (UNESCO Global Geopark) unterstützen das Projekt eines Museumsraums ideell und finanziell.

Mit den montanarchäologischen Grabungen im Bergwerk, der Öffnung der Wasser­lösung,
sowie der weiteren Forschungen im Odenwald konnte die AG Altbergbau Odenwald so manchen überraschenden Aspekt der Bergbau- und Kulturlandschafts­geschichte in der Region zutage fördern. Bei den Untersuchungen wurden zahlreiche Funde gemacht, die aufgrund der notwendigen Aufbewahrungsbedingungen nicht in der Grube selbst oder im Vereinsheim „Knappenklause“ präsentiert werden können. Sie sollen nun gemeinsam in einem neuen Konzept (einige Funde waren bis vor wenigen Jahren bereits in einer Vitrine im Stadtmuseum Weinheim ausgestellt) präsentiert werden.

Der Museumsraum wird jedoch mehr werden als eine Mineralien- und Bergbau-Schau: Die neue
Ausstellung soll den Arbeitsalltag vergangener Jahrhunderte lebendig werden lassen und zu Gedanken über den Umgang mit Land und Natur in unterschiedlichen Raumkontexten und Zeiten anregen. Trotz der begrenzten Grundfläche ist es geplant, einen Teil als Dauerausstellung und eine Ergänzung zu wechselnden Themen wie beispielsweise Bergbau und Forstwirtschaft zu gestalten. Der
Museumsraum wird als Ergänzung für größere Führungen zur Grube Marie genutzt, kann aber natürlich auch separat besichtigt werden. Eine Umsetzung des Ausstellungskonzeptes und eine Eröffnung sind bis Ende dieses Jahres geplant.

Exkursion zur Tiefborhung auf der Tromm

Am 8. März konnte die Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald die erste Tiefbohrung des Forschungsverbundes GeoLab auf der Tromm besichtigen und erhielt spannende Einblicke in die Bohrtechnik und die Hintergründe des Projektes.
Mit der Errichtung eines untertägigen Forschungslabors soll die Eignung der Kristallingesteine im Untergrund des Oberrheingrabens für die Tiefengeothermie untersucht werden (https://www.geolab.kit.edu/).
Die Tromm ist dabei ein möglicher Standort, weil der dort vorkommende Granit auf der Ostseite der Tromm durch die Otzberg-Störungszone eine besondere Klüftigkeit aufweist, wie sie auch innerhalb des Rheingrabens erwartet wird. Nach den bereits abgeschlossenen seismischen Untersuchungen werden nun voraussichtlich zwei Kernbohrungen bis in etwa 500 m Tiefe abgeteuft.
Während der Führung hatte die Mitglieder der AG die Möglichkeit, die Bergung eines Bohrkerns zu beobachten. Um die 6 Meter langen Abschnitte aus dem Bohrloch zu ziehen, wird eine Fangvorrichtung eingesetzt, sodass das gesamte Bohrgestänge nicht gezogen, sondern nur um ein Segment (also etwa 6 m) angehoben werden muss. Der Bohrkern kam aufgrund der Klüfte freilich nicht am Stück ans Tageslicht…

 

Großes Mausohr (Foto: Arnold)

Fledermauszählung in der Grube Marie        

Im Rahmen des Fledermaus-Monitorings in der Grube Marie führte Dr. Andreas Arnold gemeinsam mit einigen Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald am 11. Februar die jährliche Zählung
der in der Grube Marie überwinternden Fledermäuse durch. Das Ergebnis war durchaus erfreulich, denn der Trend zu steigenden Zahlen scheint sich fortzusetzen. Insgesamt wurden 30 überwinternde Große Mausohren und eine Bartfledermaus erfasst. Die Zahl der Mausohren entspricht damit dem bisherigen Maximum, das im Winter 2019/2020 erreicht worden war. Die Zählungen werden seit Ende der 1980er
Jahre durchgeführt. Seit dieser Zeit zeigt sich ein positiver Trend, der auch auf die Öffnung der Grube 1996/1997 zurückzuführen ist. Da im Winter keinerlei Arbeiten oder Führungen unter Tage durchgeführt werden, können sich die Aufwältigungsarbeiten in dieser Form positiv auswirken.

Der zweite Teil des Monitorings umfasst eine Temperaturmessung an sechs Punkten innerhalb des Grubengebäudes. Die Datenlogger, die alle 5 Minuten einen Wert erfassen, zeigen die Auswirkungen
der Erhöhung der Durchschnittstemperaturen im Außenbereich in den letzten Jahren auch im Grubengebäude. Die für die Fledermäuse maßgeblichen Minimaltemperaturen sind in den letzten Jahren um bis zu 0,5°C angestiegen. Längerfristig wird sich dies auf die Qualität der Grube als Winterquartier
auswirken. Umso wichtiger ist die Öffnung des Tiefen Stollens, die eine stärkere Bewetterung und damit auch einen breiter gestreuten Temperaturbereich für überwinternde Fledermäuse eröffnen wird. Derzeit laufen die Arbeiten weiter, denn wegen eines Verbruchs zur Grube hin ist die Wasserlösung mit dem
eigentlichen Bergwerk noch nicht wettergängig verbunden.

 AG Altbergbau Odenwald und Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald engagiert in der Lehre

Vom 10. bis 14. Februar der Blockkurs “Montanlandschaften erkennen und verstehen – eine Einführung in die Montanarchäologie” rund um die Grube Gnade Gottes bei Ober-Ramstadt statt. Die Lehrveranstaltung wurde zum zweiten Mal durch die AG Altbergbau Odenwald in Kooperation mit dem
Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und der Bezirksarchäologie Darmstadt (hessenARCHÄOLOGIE) für den Studiengang Geoarchäologie des Geographischen Instituts der Universität als Blockkurs durchgeführt. Nach einem Vorlesungsteil, den Jochen Babist im Naturfreundehaus am Heidenacker
gestaltete, ging es auf den Platz der ehemaligen Schmelze, wo neben geophysikalischen Messungen (Geoelektrik) auch eine klassische archäologische Feldbegehung und einzelne Bohrungen durchgeführt wurden. Die Untersuchungen dienten exemplarisch der Aufklärung der erhaltenen Bau- und Sedimentstrukturen im Untergrund, die auf den Betrieb der Schmelzhütte, deren technische Anlagen
und die Umweltbedingungen zur Betriebszeit im 16. Jahrhundert hinweisen. Eine geplante Geländekartierung der eigentlichen Bergbaurelikte musste leider wegen der derzeitigen Schweinepest-Situation ausfallen. Die Studierenden trotzten dem widrigen Wetter, das von Regen bis Schnee, Graupel und Gewitter alles zu bieten hatte (siehe Foto!). Die Schlammschlacht wurde dann am Freitag schließlich im warmen Seminarraum des Instituts in Heidelberg mit einer ersten Auswertung der
Daten und der Öffnung der gewonnenen Bohrkerne abgeschlossen.

 Erster Workshop der Forschungsstelle Montanarchäologie und Kulturlandschaft in Mossautal

Vom 3. bis zum 6. Oktober fand in Hüttenthal eine Fachtagung zum Thema „Rohstoff-Landschaften – Perspektiven in der Montanarchäologie“ statt, zu der die Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald in Kooperation mit dem Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald eingeladen hatte. Die Montanarchäologie ist noch ein relativ junger, aber weitreichend interdisziplinär aufgestellter Wissenschaftszweig, bei dem die Zeugnisse der Rohstoffnutzung durch die Geschichte der Menschheit untersucht werden, aber auch deren Wechselwirkung mit den natürlichen Prozessen in der Landschaft. Klassische archäologische Feldmethoden treffen auf naturwissenschaftliche Analytik und digitale Erfassungsmethoden. So bietet das Marbach- und Mossautal mit seiner Geschichte der Eisenerz-Verhüttung und Eisenverarbeitung, aber auch der Mühlsteingewinnung, ein hoch interessantes Studienobjekt, dem die Arbeitsgemeinschaft mit einer Kulturlandschaftskartierung, die durch den Geopark und die hessenARCHÄOLOGIE unterstützt wird, nachgeht.

Die insgesamt 43 Teilnehmenden kamen aus Deutschland, Österreich, Italien, Belgien und den Niederlanden zum Workshop in den Odenwald. Am Donnerstagabend führte Dr. Gelbhaar aus Güttersbach durch die frisch renovierte Güttersbacher Kirche, anschließend begrüßte Herr Bürgermeister Bareis die Wissenschaftler im Gasthaus „Zur Schmelz“. In den nächsten Tagen folgte jeweils einem Vortragsteil ein reichhaltiges Exkursionsprogramm, bei dem die Bergbaulandschaft Reichelsheim, der römische Werkplatz am Felsenmeer, der Sandsteinbruch an der „Stiefelhütte“ bei Heiligkreuzsteinach, die Spatschlucht bei Schriesheim, die Grube Marie bei Weinheim, aber auch die Mühlstein-Werkplätze im Marbachtal auf dem Programm standen. Den Bogen zwischen Untertage-Bergbau, Steingewinnung und Kulturlandschaftsentwicklung schlugen auch die Referentinnen und Referenten in ihren spannenden Beiträgen. Sie führten von den landschaftsprägenden Spuren der hellenistischen und römischen Steingewinnung in der südwestlichen Türkei über die Frage nach der Herkunft und Verbreitung römischer Ziersteine, den neolithischen Handel mit Mayener Reibsteinen aus der Eifel, einem aktuell in der Steiermark neu entdeckten römischen Abbaufeld von Mühlsteinen in der Steiermark zu regionalen Fragen wie der nach römischem Wasserbau in der Oberrheinebene im Zusammenhang mit Steintransport, der Versorgung der römischen Odenwaldlimes-Linie oder den mittelalterlichen Burgen im Spessart mit Baumaterial, oder etwa dem Umfang der römischen Steingewinnung im Maintal. Im Gemeindegebiet Mossautal beschäftigen sich aktuell Studierende der Universität Frankfurt mit den durch den frühen Hackwaldbau verursachten Bodenveränderungen und den Strukturen der so genannten „Lesesteinhaufen“, die in den Wäldern noch in großer Zahl zu finden sind. Welche aktuelle Bedeutung der Forschung im Bereich Montanarchäologie und Kulturlandschaftsforschung zugewiesen werden muss, zeigte neben diesem Vortrag auch ein Referat über die mittelalterlichen Kalksteingruben von Valkenburg in der Nähe von Maastricht im Spannungsfeld zwischen Tourismus, Naturschutz, Denkmalschutz und Standsicherheit unterirdischer Hohlräume. So sind Kulturlandschaften immer auch Rohstoff-Landschaften, deren heutige Weiternutzung im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit der Umwelt immer auch im Kontext der historischen Bergbau- und Gewinnungsaktivitäten steht. 

Der Grundgedanke des Workshops ist voll aufgegangen – das Ziel war es, unterschiedlichste Disziplinen zusammen zu bringen und beispielsweise auch die Entwicklung der Formen des Abbaus unter und über Tage durch die Zeit zu diskutieren. Wir hatten vor allem mit den Exkursionsteilen die Möglichkeit, viele Themen fachübergreifend aufzugreifen, sodass sich zahlreiche Ansätze und Kontakte, vielleicht auch Ideen zu neuen, gemeinsamen Forschungsprojekten entwickelten. Die Teilnehmenden genossen sichtlich die kreative, entspannte und gesellige Diskussionsatmosphäre, die durch die intensive Mitarbeit und Herzlichkeit der ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Arbeitsgemeinschaft ermöglicht wurde. Die Ergebnisse des diesjährigen Workshops sollen in einem gemeinsam mit dem Geo-Naturpark herausgegebenen Tagungsband 2026 veröffentlicht werden.

 Umzug der Forschungsstelle Montanarchäologie und Kulturlandschaft nach Ober-Mossau

Da aus logistischen Gründen die Räumlichkeiten der Forschungsstelle in Reichelsheim in einem Nebengebäude des Regionalmuseums Reichelsheim Odenwald nicht auf Dauer zu halten waren, haben der Verein Altbergbau Bergstraße-Odenwald und die AG Altbergbau Odenwald sich im vergangenen Jahr um eine neue Bleibe bemüht. Weil in Reichelsheim bereits ein Großteil der geowissenschaftlich-kulturgeschichtlichen Bibliothek mit etwa 10.000 Bänden für die Erschließung aufgebaut war, mussten die neuen Räumlichkeiten diesen Ansprüchen ebenfalls genügen. Die AG wurde in zahlreichen Gesprächen in der Gemeinde Mossautal fündig und konnte nun die Räumlichkeiten im ehemaligen Kindergarten in Ober-Mossau beziehen. Wir danken hierfür der Gemeinde Mossautal und insbesondere Herrn Bürgermeister Bareis! Obwohl die Entfernung zwischen beiden Orten nicht allzu groß ist („einmal über den Berg…“), war der Umzug doch mit viel Arbeit verbunden, die so eigentlich im Jahreslauf nicht eingeplant gewesen war. Der Umzug konnte am Ende der Grabungswoche 2024 abgeschlossen werden, wenngleich es nun noch eine ganze Weile dauern wird, bis alle Bücher, Einzelpublikationen und Karten ihren Platz gefunden haben.

Dünnschliff
Dünnschliff
Bergeisen
Alter Stollen Georg
Vortrieb
Erzbach
Schacht Adolph
Kapellenberg
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