4. Internationales Arbeitstreffen zur Montanarchäologie

 

Der Tagungsort: Rohrbach bei Reichelsheim im Odenwald

 


 

Ziel der Tagung


Der diesjährige Tagungsort Rohrbach bei Reichelsheim


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Der Odenwald ist ein abwechslungsreiches Mittelgebirge in Deutschland mit Höhenlagen zwischen 90 und 626 m ü. NN. Die Tektonik des Oberrheingrabens hat zu einer abwechslungsreichen Oberflächen-Geologie geführt - durch Hebung und Abtragung sind sowohl Gesteine des kristallinen Grundgebirges (410 bis 320 Millionen Jahre alt) als auch Gesteine des Deckgebirges, insbesondere der Buntsandstein an der Oberfläche aufgeschlossen (251 bis 243 Millionen Jahre alt).

In vor- und frühgeschichtlicher Zeit zeigte der Odenwald wenig bis keine Besiedlung. Um etwa 100 n. Chr. entstand der Odenwald-Limes als Teil der Ostgrenze des Römischen Reiches. Zu dieser Zeit war besonders die Bergstraße besiedelt, im zentralen hohen Odenwald finden sich nur in der Nähe der Grenzlinie Militärlager und zugeordnete kleine dörfliche Siedlungen. Auch nach dem Fall der Grenzlinie 260 n Chr. und der Rückverlegung der Grenze an den Rhein wurden die Quarzdiorit-Brüche im Lautertal bei Reichenbach zur Gewinnung von Hartgesteinen für den Bau repräsentativer Gebäude in Trier betrieben.

Die Bergbaugeschichte des Odenwaldes beginnt gesichert im 8. Jahrhundert. Sie steht im Zusammenhang mit der Landnahme durch das Kloster Lorsch und der zunehmenden Besiedlung der Täler des vorderen und mittleren Odenwaldes . Eine bedeutende Rolle spielte vor allem der Eisenerzbergbau, der bei Reichelsheim eine frühe Blüte bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges erfuhr. Bedingt durch die abwechslungsreiche Geologie besitzt der Odenwald eine Vielzahl kleinerer Lagerstätten, deren Abbaugeschichte jeweils einen Spiegel der technischen und politischen Möglichkeiten im Wandel der Zeit bietet.

Während der Zeit der Industrialisierung wurden neben Manganerzen auch Schwerspat (Baryt), Marmor, Graphit, Feldspat und Glimmer gewonnen. Der Buntsandstein entwickelte sich bereits früh zum gefragten Baumaterial, das in teilweise bedeutenden Steinbruchbetrieben seit dem Mittelalter gewonnen wurde. Bedeutende romanische Bauten wie die Einhardsbasilika bei Michelstadt (erbaut 824) und die Torhalle des Klosters Lorsch (erbaut um 850) wurden unter Verwendung von Buntsandstein errichtet. Ab dem 19. Jahrhundert entwickelte sich die Hartstein-Industrie im Kristallinen Odenwald, die auch heute noch im Lautertal eine große wirtschaftliche Bedeutung besitzt.

Kulturgeschichte, Geologie, Archäologie und Natur erlebbar machen - dies ist auch das Ziel des UNESCO und Europäischen Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald, der eine Vielzahl attraktiver Sehenswürdigkeiten in der Region und umfangreiche Führungsprogramme anbietet (www.geo-naturpark.de).

Der Tagungsort Rohrbach ist ein kleiner Ortsteil der Großgemeinde Reichelsheim. Rohrbach liegt an der geologischen Grenze zwischen Kristallin und Buntsandstein; das Tagungshotel befindet sich inmitten des mittelalterlichen und früh-neuzeitlichen Eisenerz-Bergbaugebietes im zentralen Odenwald. Reichelsheim ist über größere Bundesstraßen aus jeder Richtung gut erreichbar und bietet für die Tagung eine gute Infrastruktur. Wenn Sie unsere Region noch nicht kennen sollten: Schauen sie doch auch außerhalb der Tagung einmal vorbei oder bleiben ein paar Tage länger - es lohnt sich!

 

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